Geschichte des Projekts






Kolumbien ist ein sehr reiches Land. Reich an Bodenschätzen und fruchtbar. Trotzdem lebt über die Hälfte der Bevölkerung ohne gesicherte Existenz oder in Armut. In Kolumbien sind die Menschen sehr kreativ wenns ums Überleben geht. Staatliche Unterstützung ist sehr mager und kommt oft nicht bei den Bedürftigen an. So schlägt man sich durch, verkauft irgendetwas auf der Strasse oder schlägt sich als Tagelöhner oder mit schlecht bezahlten Jobs durch.
Mocoa Putumayo liegt am Rande des Amazonas und am Fuss der Anden, beziehungsweise am untersten Ausläufer der mittleren Kordilleren. Es war bis vor wenigen Jahren ein abgelegenes Dorf, schlecht zu erreichen wegen der ungeteerten Strasse, die immer wieder von Erdrutschen verschüttet wurde. Im Jahr 2000 wurden im Bajo Putumayo, im weiter unten gelegenen Flachland neue Erdölquellen erschlossen. Daraufhin wurde umgehend eine geteerte Strasse erbaut. Seither ist das Dorf stark gewachsen und vor allem die Viehzucht und damit die Abholzung der Regenwälder hat zugenommen.

Das erste Stück Land haben wir 1993 erworben. Eine Art Alp,20h Kuhweiden und 40 ursprünglicher Regenwald. Das Land liegt am Berg, 2 Fusstunden über dem Dorf. Die Leute lachten, und sagten, das Land sei unfruchtbar. Deshalb gab man ihm den Namen Chiste Verde, der grüne Witz. Niemand glaubte, dass es möglich sei eine funktionierende Selbstversorgung aufzubauen. Die wenigen Leute die noch am Berg lebten waren abgewandert und es kamen nur noch Holzfäller, die besonders wertvolle Bäume fällten und mit Pferden zu Tal schleppen.
Seit dem Beginn unseres Projektes haben sich besonders im unteren Teil wieder Familien angesiedelt, die auch zu einem grossen Teil Selbstversorgung betreiben.

Nach Weihnachten 1997 wurden unsere beiden Hütten von Leuten aus der Hauptstadt niedergebrannt, die uns vergeblich ein Stück Land für touristische Zwecke abkaufen wollten.
Da über die Feiertage niemand da war, entstand nur Sachschaden. Abgesehen von der Wohnstätte, wurden eine recht umfangreiche Bibliothek und mehrere gut ausgerüstete Werkstätten vernichtet. Ausser der Obstbäume und Ananaspflanzung blieb uns nur Asche und Reste des Blechdachs, sowie verkohlte Töpfe Besteck und Werkzeuge aus Metall.

Mit einer Axt, die sie in den Kohlen gefunden und an einem Stein geschärft hatten sind die Männer am gleichen Tag losgezogen und haben ein paar Palmen für eine neue Hütte gefällt. Glücklicherweise konnten wir in der Hütte eines Nachbarn unterkommen, bis wir unsere wieder aufgebaut hatten.

Wir finanzierten uns von Anfang an über den Verkauf von Kunsthandwerk und handgearbeiteten Sandalen. Der Absatz war wegen der wirtschaftlichen und politischen Situation aber eingebrochen. Deshalb gingen Jimy Munoz und ich nach Europa. Von dort aus unterstützten wir das Projekt mit eigenen Mitteln und versuchten auf verschiedene Arten Unterstützung zu finden und sind mehrmals wieder in Kolumbien gewesen um die Arbeit weiterzuführen. Inzwischen haben wir auch Kinder.

Jetzt sind wir endgültig nach Kolumbien zurückgekehrt und wollen das Projekt ausbauen.